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Van - die Stadt am See

Van liegt im äußersten Osten der Türkei in der Nähe der Grenze zum Iran. Sie hat über 360.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz Van. Auch der See, an dessen Ostufer sie liegt, trägt ihren Namen: Van Gölü, das größte Binnengewässer der Türkei.

Erste Besiedlungen in der Gegend um Van gab es bereits um 5000 v. Chr. Die eigentliche Stadtgeschichte ist etwa 3000 Jahre alt. Van war unter dem Namen Tuschpa ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. die Hauptstadt des urartäischen Königreiches, das nach mehreren Kriegen um 600 v. Chr. unterging. Als Zentrum galt die Burg auf dem Hügel Van kalesi (heutiger Name), die laut einer Legende von der Königin Semiramis errichtet wurde. In der Folge erlebte Van eine äußerst wechselhafte Geschichte bis in die 1920er Jahre hinein. Die Stadt gehörte zum Perserreich, wurde von Alexander dem Großen erobert, fiel an die Armenier, dann an Byzanz, an die Seldschuken, die Mongolen, an das Osmanische Reich. Im Ersten Weltkrieg wurde Van von den Armeniern besetzt, nach dem Krieg aber von den Türken zurückerobert. Erst in zwei Verträgen von 1921 und 1923 wurde Van völkerrechtlich endgültig der Türkei zugesprochen.

Der etwa 100 Meter hohe Burghügel beherrscht mit seiner Ruine noch heute das Stadtbild. In der Zitadelle befanden sich die Grabstätten der urartäischen Herrscher. Erhalten geblieben aus dieser Zeit sind Inschriften in der damals üblichen Keilschrift. Unter den Seldschuken und den Osmanen wurde die Burg zu ihrer heutigen Größe ausgebaut. Weitere Funde aus der alten Geschichte Vans sind im Archäologischen Museum der Stadt zu besichtigen. Auf der Insel Akdamar befindet sich eine christliche Kirche aus dem 10. Jahrhundert, als Van zu Armenien gehörte. Sie wurde vor einigen Jahren von Grund auf restauriert und im Jahre 2010 neu geweiht.

Südöstlich von Van bei Cavustepe finden sich ebenfalls Reste einer urartäischen Festung. Sie bestand aus einer Akropolis samt Unterstadt. Ausgrabungen belegen, dass es dort mehrere Tempel, einen Palast, Ställe, Werkstätten, Zisternen für die Wasserversorgung und sogar eine königliche Toilette gegeben hat.

Van See - Ostseite
Van See - Ostseite
Van See - Südseite
Van See - Südseite

Mein Reisetipp:

Die Achtamar Insel bei Van (rund 45 km südwestlich von Van) erreicht man von der Stadt Van, wenn man den See entlang fährt. Dabei geht es vorbei an aktuell aufgestellten Containern, die für die Opfer des Erdbebens im Oktober 2011 von der IHH eingerichtet wurden. Bei der Fahrt zur Insel haben Sie die Möglichkeit auf eine kleine Insel „Achtamar“ per Boot überzusetzen, auf der die armenische Kirche zu besichtigen ist. Die Fahrten werden für Gruppen ab 16 Personen unternommen und kosten dann 120 TL, also 7,5 TL pro Person. Bei Individualreisenden ist der gleiche Betrag zu entrichten. Man sollte sich im Vorhinein überlegen, ob man den teuren Spaß unternehmen möchte. Mit einer guten Kamera kann aber auch bis zur Kirche gezoomt werden. Ein Spaziergang oder ein Picknick im gegenüberliegenden Restaurant sind ebenfalls lohnenswert.