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Milet - Geburtsstätte des rationalen Denkens und der Philosophie

Die antike Stadt Milet liegt heute ungefähr 80 Kilometer südlich der Stadt Izmir in der türkischen Provinz Aydin. Ursprünglich auf einer in den Golf von Milet hineinragenden Landzunge gelegen, sorgte der Fluss 'Büyük Menderes' (Mäander) durch die Mitführung von Sedimenten für eine stetige Verlandung des Golfs. Durch vier Buchten, welche rund um diese Landzunge lagen und als Hafenplätze genutzt wurden, erlangte Milet eine damals große wirtschaftliche Bedeutung. Nicht weit von Milet lag das bedeutende Heiligtum Apollons, Didyma, das damals von der Stadt Milet verwaltet wurde.

Über die Gründung der Stadt liegen unterschiedliche Überlieferungen vor, nach welcher einmal Kreter aus Milatos unter Sarpedon für die Gründung der Stadt verantwortlich seien. Ein Historiker des 4. Jahrhunderts vor Christus, Ephoros von Kyme, wird von Strabon in der Weise zitiert, dass Kreter Milet gegründet hatten und die Stadt von Sarpedon besiedelt wurde, welch Letzterer Kreter aus dem dortigen Miletos ansiedelte und der Stadt diesen gleichen Namen verlieh.

Eine zweite Überlieferung will wissen, dass die Besiedlung der Stadt zwei Generationen vor der Einnahme Trojas durch den Kreter Milatos stattfand. Durch Neilos aus Pylos soll die Besiedlung Milets mit Ioniern stattgefunden haben, wobei nach Herodot die Griechen die Karer erschlugen, um danach deren Töchter zu ehelichen, da sie selbst auf ihrem Zug ohne Frauen gekommen seien. Nachdem die Truppen des Persers Darius 494 vor Christus die Stadt zerstörten, wurde sie später erneut aufgebaut. Nahe Milets existiert bisher lediglich ein einziger wissenschaftlich gesicherter Siedlungsort, doch werden bei Ausgrabungen in Milet wiederholt einzelne Funde aus der Steinzeit gemeldet. So befanden sich in der Zeit des Chalkolithikums im 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung Siedlungen, welche zum Gebiet Milets gerechnet werden. Weitere ausgewertete archäologische Funde (etwa 600 Fundplätze) werden in der näheren Umgebung Milets gemeldet.  Wenn auch auf Milet und Didyma beschränkt, so lässt sich hiermit eine minoische und mykenische Besiedlung vor der offiziellen minoischen Zeit leicht nachweisen.