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Ephesus / Ephesos - einst eine der wichtigsten Städte Kleinasiens

Die griechische Stadt Ephesos, im lateinischen Ephesus genannt, gehörte während des Altertums mit zu den reichsten und wichtigsten Städten in Kleinasien. Während der Antike lag Ephesos am Meer, doch durch seismische Veränderungen im Boden sowie des Klimas, verschob sich die Küstenlinie der Stadt nach und nach Richtung Westen. Aus diesem Grund liegen die Ruinen von Ephesos heute einige Kilometer im Landesinneren, an der Westküste der türkischen Ägäis.

Ephesos lag einst in der äußerst fruchtbaren Ebene des Flusses Kaystros, der dank Schwärmen von Schwänen berühmt ist, die sich gern an seinen Ufern niederlassen. Die Stadt hatte einen großen Hafen und war weltbekannt durch seine Bauwerke, von denen einige heute zu den Wunderwerken der Architekturkunst zählen. Schon sehr früh war Ephesos für seine Bewohner und Besucher ein heiliger Ort. Entgegen ersten Annahmen entpuppte sich Ephesos im Laufe von Ausgrabungen nicht als reine Seestadt, sondern auch als Geschäftsstadt, die mit Fürsten in ganz Asien und Indien Bankgeschäfte führte. Nicht umsonst gilt sie heute als eine der reichsten Städte der antiken Zeit.

Die ältesten Beweise für die Besiedlung von Ephesos gehen bis in die Zeit um 5.000 vor Christus zurück. Es waren die Griechen, die der Stadt ihren Namen gaben, aber sie waren nicht die einzigen Völker, die mit Ephesos in Verbindung gebracht werden. Einer Sage zufolge hat der König von Attika, Androklos, Ephesos gegründet. Einheimische Karer und Lyder lebten im nordöstlichen Teil der Stadt, während die einwandernden Griechen eine eigene Siedlung mit dem Namen Koressos gründeten. Nachdem der lydische König Kroisos die Stadt im Jahr 560 vor Christus eroberte, wurden die Siedlungen zusammengelegt und in der Nähe des Artemistempels eine weitere errichtet. Im Jahr 334 vor Christus fiel Alexander der Große in die Stadt ein. Erst viele Jahre später, 296 vor Christus, wurde Ephesos an seine heute bekannte Stelle verlegt. Zu jener Zeit war sie eine gewaltige Hafenstadt mit einer Fläche von beinahe 350 Hektar.

Um 133 vor Christus herum fiel Ephesos in die Hände der Römer. Die Stadt hatte zu jener Zeit etwa 200.000 Einwohner und gehörte damit zu den größten Städten im Römischen Reich. In den folgenden Jahren entstanden in Ephesos einige öffentliche Bauten, unter anderem Tempel für die Kaiser Hadrian und Vespasian. Durch die Stellung als Wallfahrtsort, Bischofssitz und Hauptstadt der weltlichen Diözese Asiana, hatte Ephesos eine herausragende Stellung. Die Stadt blühte und gedieh bis weit in die Spätantike hinein.

Klimatische und seismische Veränderungen sorgten jedoch dafür, dass Ephesos nach und nach seine Bedeutung und Wichtigkeit verlor. Der Hafen der Stadt versandete und im Jahr 867 eroberten schließlich die Paulikianer Ephesos. Kurz vor dem ersten Kreuzzug wurde sie von den Seldschuken erobert und auch in den folgenden Jahren war die Stadt regelmäßig Zentrum von Gefechten. 1304 gab es einen letzten Versuch aus Byzanz Ephesos zu sichern. Es kam jedoch zur Unstimmigkeiten unter den Söldnern, sodass Ephesos kurz darauf in die Hände der Türken fiel. Diese brachten die ansässige Bevölkerung um oder deportieren sie.

Unter türkischer Herrschaft wurde Ephesos ein Zentrum für Piraterie und Seefahrt, zugleich führte die Stadt aber auch Handel mit Genua und Venedig. Im Jahr 1402 zog Timur nach Ephesos und plünderte mit seiner riesigen Armee die Umgebung der Stadt. Timur blieb bis zum Frühjahr 1403 in Ephesos. Nach weiteren Belagerungen fielen die noch stehenden Reste von Ephesos im Jahr 1425 endgültig an die Osmanen, bis sie durch die fortschreitende Versandung des Hafens schließlich aufgegeben wurde.

Ephesos' Bevölkerung war von Anfang bis Ende der Stadt eine Mischung aus den verschiedensten Kulturen. Hethiter, Mykener, die minoische Kultur, Griechen, Römer oder Türken - je nach Herrschaftslage in der Stadt, waren auch die dazugehörigen Bevölkerungsschichten in Ephesos zu finden. Die Ephesier lebten in zum Teil luxuriösen Hanghäusern und besaßen eine große Bade- und Freizeitkultur, die ein wichtiges gesellschaftliches Zentrum darstellte. Überreste von Badekomplexen und Theaterstätten zeugen ebenso vom prunkvollen Leben in Ephesos wie Tempel und grandiose Brunnenanlagen.

Heute stellt die Stadt eine der Hauptattraktionen im türkischen Tourismus dar. Die Ruinen der alten Bauwerke werden jedes Jahr von hunderttausenden Menschen besucht. Aus diesem Grund finden auch weiterhin Ausgrabungen und Restaurierungen statt, um Besuchern aus aller Welt die antiken Stätten und das Leben der damaligen Zeit näherzubringen.